„Eine Kirche ohne Orgel ist nur eine halbe Kirche!“

© Fotos Chr. Squarr

 

oder bretonisch ausgedrückt: eine „Walcker“ gibt der ganzen Region (Pays de Quimperlé ) Klangkraft und Zusammenhalt.  

 

Am Samstag, 26.9. 2020 ist es

nach 15 Jahren endlich so weit. 


Monseigneur Dognin - Bischof von Quimper und Léon segnet die Walcker Orgel der Christuskirche aus Mülheim/Saarn in einem Festgottesdienst am frühen Abend.  

 

Bereits um 9.30 Uhr beginnt der Tag der Einweihung mit der Präsentation der restaurierten Walcker Orgel mit den 1800 Pfeifen durch den Orgelbauer Hervé Caill zusammen mit Bürgermeister Michael Quernez, der Präsidentin der Orgelfreunde Isabell In und Père Guillaume Croguennec dem Pfarrer der Gemeinden Saint Colomban und Pays de Quimperlé.

Der Tag endet mit einem Konzert um 20.30 Uhr. Der international agierende Organist Virgile Monin spielt Werke von Bach, Clérambault, Debussy und Liszt und zusammen mit Jean-Pierre Moing ein Stück für Orgel und Bombarde, das bretonische Blasinstrument schlechthin.

 

 

2005 kauften die fünfzehn Mitgliedern des Vereins les Amis de l´Orgue du Pays de Quimperlé die Orgel der Christuskirche. Mit zwei LKW kamen die Bretonen und bauten unmittelbar nach dem letzten Gottesdienst, Sonntag - 4. 9. 2005, das 3,5 Tonnen Instrumentes mit den 1814 Pfeifen ab. 14000 Euro aus rein privaten Mitteln zahlten die Bretonen der Gemeinde.2007/08 sollte die Orgel in die Kirche am Place Saint Michel in Quimperlé eingebaut werden 
Dass die Einweihung erst nach fünfzehn Jahre erfolgen konnte, ahnte damals keiner.
Da die Église de Notre Dame aber unter Denkmalschutz steht, musste die Erlaubnis zum Einbau von der Denkmalbehörde eingeholt werden. Diese beschloss, die Kirche erst zu restaurieren, da eine Wand feucht war. Die Arbeiten waren zusammen mit der Sanierung des kompletten Platzes St Michel erst 2014 abgeschlossen. Die Zwischenlagerung der Orgel unter hoher Luftfeuchtigkeit im Manoir de Kernault tat ihr nicht gut. 2011 wurde sie stark beschädigt in Einzelteilen in die Werkstatt von Hervé Caill gebracht. Die Kosten explodierten. Die veranschlagten 20.000 Euro 2005 verachtfachten sich auf 160.000 Euro. 

 

Private Gönner und Spender, die Commune, eine kooperative Denkmalbehörde, der bretonischer Orgelbauer Hervé Caill, gute Handwerker vor Ort, Stadtmanagement und Gemeindemitgliederschafften es dennoch, das Projekt zu einem guten Ende und damit zu einem musikalischen Neuanfang zu bringen. Der Verein der Freunde schenkte die fertige „Walcker“ zum Schluss der Stadt Quimperlé. Im Oktober 2019 brachte der Orgelbauer Hervé Caill die Orgel schließlich mit einem neuen Prospekt, einem anderen Aufbau als der aus der Christuskirche an den Ort der endgültigen Destination. 
Im April 2020 verhinderte dann auch noch die Pandemie die feierliche Einweihung.

Von nun an wird aber die „Walcker“ Teil des religiösen, kulturellen, pädagogischen, sozialen und touristischen Konzepts der Region sein.  Internetseite www.unorgueaquimperle.com

 

Text: Wayand